Cultural Affair

Der interkulturelle Blog

„Rechtshilfe für Ausländerinnen und Ausländer München e.V.“ – ehrenamtliche kostenlose Rechtsberatung

Der Besuch bei einem Rechtsanwalt ist teuer, wenn man dann noch als Flüchtling in einer schwierigen Situation steckt, fehlt neben dem Geld oft auch der Mut, sich Hilfe zu suchen. Genau hier setzt der 1982 gegründete Verein „Rechtshilfe für Ausländerinnen und Ausländer München e.V.“ an. Im „Eine Welt Haus München e.V.“, Schwanthalerstraße 80, findet jeden Dienstag um 17.30 eine Sprechstunde statt. Der Service wird verwirklicht durch ehrenamtliche Rechtsanwälte, die durch ebenfalls ehrenamtliche Helfer unterstützt werden. Ich habe diesen Service schon einigen Bekannten empfohlen und er wurde als sehr hilfreich und professionell empfunden.

Für Cultural Affair machte ich ein kurzes Email-Interview mit einer ehemaligen ehrenamtlichen Helferin der Rechtshilfe:

1. Warum hast Du dich als Helferin bei der „Rechtshilfe für Ausländerinnen und Ausländer“ engagiert?

Ich bin eher zufällig durch ein anderes Praktikum auf die Rechtshilfe gestoßen. Da ich in dem Bereich bereits Erfahrung hatte und diese gerne nutzen wollte, um andere Menschen zu unterstützen, habe ich mich als Protokollantin engagiert.

2. Was hast Du dort genau gemacht?

Ich habe dort während der Beratung mit den Rechtsanwälten Protokoll geschrieben. Zu den Aufgaben gehörte auch die Betreuung der zu Beratenden, wie z.B.  sie von der Registratur abzuholen und ins Beratungszimmer zu bringen und dabei den ersten Kontakt herzustellen.

3. Welche Voraussetzungen sollten Helfer mitbringen?

Es gibt dort verschiedene Möglichkeiten sich als Helfer zu engagieren. Ich denke, als Protokollant/In ist es wichtig, dass man sich ein wenig einfühlen kann. Auch ein bisschen Fremdsprachkenntnisse schaden nicht, da man die zu Beratenden oft erstmal alleine abholt und ein wenig small talk betreibt, bevor die eigentliche Beratung losgeht. Hier sollte man den Leuten ein bisschen Sicherheit geben können, da es oft für sie nicht leicht ist, über  sie eigene Geschichte zu sprechen- noch dazu in einer Fremdsprache.

4. Wer sucht diese Rechtshilfe überwiegend auf?

Während der Termine, bei welchen ich geholfen hatte, waren es überwiegend Anfragen im Asylbereich. Die Menschen haben oft sehr unterschiedliche Beweggründe und Biographien.

5. Was hast Du für dich selbst aus deiner Helferarbeit lernen können?

Ich habe ganz unterschiedliche Schicksale kennen gelernt und gelernt gut zuzuhören und stärker zu differenzieren. Oft war ich beeindruckt von der Professionalität der Anwälte und der übrigen Helfer, die nach ihrem eigenen langen Arbeitstag ehrenamtlich Extra-schichten in oft sehr kniffligen Bereichen einlegen. Vor allem aber war ich bewegt von so manchem Schicksal, dem man begegnet ist und der Erfahrung, dass man eigentlich helfen möchte, aber das Gesetz einfach keinen Platz für manche Ausnahmefälle kennt. Manche Ratschläge der Beratung waren unerwartet unorthodox und haben mir gezeigt, dass es im Grunde um Menschlichkeit geht und nicht um strikte Rechtskonformität.

Wenn Ihr das nächste Mal jemanden trefft, der dem „Zielpublikum“ der Rechtshilfe entspricht und in einer blöden Lage ist, empfehlt ihm/ihr doch die Rechtshilfe. Bestimmt freut sich die Rechtshilfe auch über weitere ehrenamtliche Helfer. Schon Audrey Hepburn sagte angeblich: „As you grow older, you will discover that you have two hands, one for helping yourself, the other for helping others.“ (Wenn du älter wirst, wirst du merken, dass du zwei Hände hast. Eine um dir selber zu helfen, die andere um anderen zu helfen).

Hier geht’s zur Homepage der Rechtshilfe: http://www.rechtshilfe-muenchen.de/

Besonders gut finde ich die Info-Flyer in mehreren Sprachen: http://www.rechtshilfe-muenchen.de/infoflyer-rechtshilfe/

Photo: Lena Siemers

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admin • 22. Oktober 2014


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