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Frohe Weihnachten – Jesus im Islam

Weihnachten ist eines der wichtigsten christlichen Festtage. Zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit, denn je nachdem um welche Ausprägung des Christentums es sich handelt, so variiert auch die Wichtigkeit der Feiertage im liturgischen Kalender. Gilt bei den Protestanten der Karfreitag als höchster Feiertag, so dominiert bei den Orthodoxen meist Ostern. Mit Sicherheit wird aber um das Weihnachtsfest der größte Aufwand betrieben, was Feierlichkeiten und Konsum betrifft.

Jesus von Nazareth – auch im Islam kein Unbekannter

Auch im Islam spielt Jesus eine Rolle – Über seine wundersame Geburt wird im Koran in der 19. Sure berichtet:

„16. Erzähle, was in diesem Buch über Maria steht. Da sie sich zurückzog von den Ihren nach einem gen Osten gewandten Ort,

17. Und sich vor ihnen barg im Schleier, da sandten Wir Unseren Geist zu ihr, und er erschien ihr in Gestalt eines vollkommenen Menschen.

18. Sie sprach: «Ich nehme meine Zuflucht vor dir bei dem Allerbarmer; (laß ab von mir) wenn du Gottesfurcht hast.»

19. Er antwortete: «Ich bin nur ein Gesandter deines Herrn, auf daß ich dir einen reinen Sohn beschere.»

20. Sie sprach: «Wie soll mir ein Sohn werden, wo mich kein Mann berührt hat und ich auch nicht unkeusch gewesen bin?»
(…)

22. Und sie empfing ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück.
(…)

27. Dann brachte sie ihn zu ihrem Volke, indem sie ihn tragen ließ. Sie sprachen: «O Maria, du hast etwas Seltsames getan.
(…)

30. Er sprach: «Ich bin ein Diener Allahs, Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht;

31. Er machte mich gesegnet, wo ich auch sein mag, und Er befahl mir Gebet und Almosen, solange ich lebe;
(…)

33. Friede war über mir am Tage, da ich geboren ward, und (Friede wird über mir sein) am Tage, da ich sterben werde, und am Tage, da ich wieder zum Leben erweckt werde.»

34. So ist Jesus, Sohn der Maria – eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind.“

(Quelle: http://www.koran-auf-deutsch.de/)

Während meiner Syrienreise im Februar 2011 besuchte ich in Damaskus natürlich auch die berühmte und wunderschöne Umayyadenmoschee. In vorislamischer Zeit stand an der gleichen Stelle eine Kathedrale, die Johannes dem Täufer geweiht war. Nach Erbauung der Moschee diente sie einiger Zeit Muslimen und Christen als Gebetshaus. Diese Tatsache spiegelt meiner Meinung nach die religiöse Vielfalt Syriens wider.

Das Ostminarett heißt auch „Jesusminarett“. Sunnitische Lehren meinen, dass von diesem Minarett einmal Jesus herabsteigen wird. Ich war fasziniert von diesen Zusammenhängen, die mir vorher nicht wirklich bewusst waren.

Umayyaden Moschee Damaskus Jesusminarett

Blick auf das „Jesusminarett“ der Umayyadenmoschee in Damaskus – Syrien

In diesem Sinne – Frohe Weihnachten.


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admin • 25. Dezember 2012


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